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Routenbeschreibung

Von Spindlermühle (Tschechien) bis Cuxhaven (Deutschland)
Der Elberadweg folgt der Elbe von ihrer Quelle im tschechischen Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven. Der Fluss selbst ist knapp 1.100 Kilometer lang. Da der Radweg dem Elbufer nicht immer direkt folgt und in Tschechien einen Abstecher entlang der Moldau nach Prag einschließt, beträgt die Gesamtlänge rund 1.270 Kilometer. Davon 860 Kilometer auf deutscher und 410 Kilometer auf tschechischer Seite.
Der Weg verbindet vier Nationalparks: Wattenmeer, Sächsische Schweiz, Böhmische Schweiz und Riesengebirge mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe sowie Großstädten wie Hamburg, Magdeburg, Dresden und Prag. Wer die Gesamtstrecke in einem Zug fahren möchte, sollte mindestens 14 Tage einplanen. Bei der ADFC-Radreiseanalyse 2025 wurde der Elberadweg erneut zum beliebtesten Radfernweg Deutschlands gewählt.
Cuxhaven-Hamburg: Von Nordsee-Deichen zur Hafenmetropole
Dieser flache Einstiegsabschnitt über rund 140 km führt dich entspannt durch die Nordseeküstennähe mit weiten, windgepeitschten Marschlandschaften, robusten Deichen und ausgedehnten Naturschutzgebieten. Du startest in Cuxhaven am Alten Fischereihafen mit Blick auf einlaufende Schiffe und neugierige Seehundbänke, radelst durch idyllische Fischerdörfer wie Nordholz und gleitest vorbei am Nationalpark Wattenmeer (UNESCO-Weltkulturerbe), wo du bei Ebbe Muscheln sammeln oder Seevögel wie Austernfischer und Brandgänse beobachten kannst. Weiter geht’s über Otterndorf mit seinen charmanten Fachwerkhäusern und Fredenbeck mit urigen Elbdeichen bis nach Hamburg: Hier thront der größte Containerhafen der Welt mit gigantischen Kränen und Kreuzfahrtschiffen, die rote Ziegel-Speicherstadt als Weltkulturerbe mit labyrinthartigen Kanälen und Lagern, die gläserne Elbphilharmonie für unvergessliche Konzerte, die lebendige Reeperbahn mit pulsierendem Nachtleben sowie das Hafenviertel mit U-Boot-Museum und dem legendären Fischmarkt für kulinarische Highlights.
Hamburg-Magdeburg: Durch Wiesenwelten zur Domstadt
Dieser Mittelabschnitt über rund 320 km durchquert die sanfte Norddeutsche Tiefebene mit ihren ausgedehnten Elbwiesen, dichten Auenwäldern und idyllischen naturnahen Wiesenwegen. Du passierst Lüneburg mit seiner saltzinduzierten mittelalterlichen Altstadt, dem historischen Salzspeicher und duftenden Kräutergärten, die Hansestadt Lauenburg mit dem malerischen Schlossberg, Fachwerkhäusern und herrlichem Elbblick sowie Wittenberge als charmante Grenzstadt zu Brandenburg. Naturhighlights wie der Naturpark Mittelelbe mit üppigen Flussauen, Wildpferdeherden und abenteuerlichen Kanufahrten wechseln sich ab mit dem Drömling-Naturpark und seinen mystischen Mooren. Magdeburg als Zielpunkt begeistert mit dem imposanten gotischen Dom zu St. Mauritius und Katharina (UNESCO-Weltkulturerbe), der einzigartigen wassergelenkten Festungskulisse, dem modernen Elbbrücken-Komplex und Spuren der lebendigen Hafenindustriegeschichte.
Magdeburg-Dresden: Barock und Weintraum
Dieser kulturell dichte Abschnitt über rund 390 km verbindet üppige Elbauenlandschaften nahtlos mit sonnigen Weinbergen und glanzvollen Renaissance- sowie Barock-Perlen. Von Magdeburg aus gleitest du durch Dessau-Wörlitzs faszinierendes UNESCO-Gärtenreich, ein utopisches Ensemble englischer Parks, des neoklassizistischen Schlosses Wörlitz, des malerischen Gotthardschlößchens und kunstvoller Kanalsysteme. In der Lutherstadt Wittenberg begeistern die Schlosskirche mit Luthers berühmten Thesen-Nageln, das Melanchthonhaus und der Reformationspfad, bevor Torgau mit dem imposanten Renaissance-Schloss Hartenfels, Gast Luthers und Ort des ersten evangelischen Kirchenbaus, auftaucht. Riesa lockt mit Domschloss und lebhaften Elbfesten, Meißen thront als Porzellanstadt mit ihrer 1.000-jährigen Manufaktur, gotischem Dom und den Weinbergterrassen der Sächsischen Weinstraße. Dresden krönt das Ganze als „Florenz an der Elbe“ mit der rekonstruierten Frauenkirche, dem prächtigen Zwinger-Palast und seiner Gemäldegalerie, der Semperoper, dem Residenzschloss und dem barocken Elbbogen.
Dresden-Prag-Elbquelle: Felsenlabyrinthe und Quellenromantik
Du meisterst den bergigsten Abschnitt mit rund 430 km, der dich vom flachen Elbufer ins Elbsandsteingebirge und Böhmische Elbland mit Anstiegen bis 1.383 m, Kletterpfaden und spektakulären Ausblicken entführt.
Aus Dresden führt der Weg durch die Sächsische Schweiz zur ikonischen Bastei mit ihrer Brücke und 194 Stufen-Panorama, zur gewaltigen Festung Königstein, der größten Bergfestung Europas mit 2,5 km Wegen und historischem Brunnen aus dem 16. Jahrhundert, den wilden Schrammsteinen mit Via Ferrata, dem Lilienstein und sonnigen Weinbergen. In Prag (UNESCO-Weltkulturerbe) begeistert die Karlsbrücke mit 30 Statuen und Sonnenuntergangs-Magie, die Prager Burg als weltgrößtes Schlossareal mit St. Vitus-Kathedrale, die Altstadt mit Tyn-Kirche und dem Orloj-Uhr-Spektakel, ergänzt durch Kleinseite und Moldau-Panoramen. Weiter geht’s zur Theresienstadt-Festung als Garnison- und Gedenkstätte, nach Ústí nad Labem mit Střekov-Tafelberg und Burg, durch Pferderegionen bei Roudnice mit Barockschloss sowie Melník als Böhmens Wein-Hauptstadt. Im Böhmischen Paradies (Český ráj UNESCO-Geopark) warten Felsenlabyrinthe, Tropfsteinhöhlen und Burgen wie Hrubá Skála oder Trosky, bevor der Riesengebirge-Nationalpark (Krkonoše) mit dichten Fichtenwäldern, Almwiesen, Wasserfällen und der Elbquelle bei Labská louka (1.383 m Moorquell mit Gedenkstein und Option zum Snéžka-Aufstieg) dich wildromantisch abschließt.
Einkehr
Entlang des Elberadweges wartet eine Vielfalt an Einkehr-Möglichkeiten, die deinen Magen und Gaumen begeistern, von frischen Nordsee-Spezialitäten bis zu sächsischen Weinperlen, alles perfekt auf die Etappen abgestimmt. Viele Gastgeber bieten mittlerweile regionale Bio-Produkte, Fahrradpausen und Päckchen-Service für entspanntes Radeln.
In Cuxhaven-Hamburg genießt du Krabbenbrote und Fischbrötchen am Hafen oder herzhafte Matjesfilets im Wattenmeer-Café, während Hamburgs Fischmarkt bei Sonnenaufgang für Frühstücks-Aale und Livemusik sorgt.
Auf Hamburg-Magdeburg locken Lüneburger Heide-Heidschnucken und Salzimbisse, in Magdeburgs Brauhäusern dunkles Elbbier mit Würstchen.
Der Magdeburg-Dresden-Abschnitt bringt Meißen-Weinproben in Fachwerk-Kellerschenken, Riesa-Elbfeste mit Brautwürsten und Dessauer Gose in Parkgasthöfen.
Im Tschechien-Finale kosten Böhmens Melník-Rebe in Buschenschanken, Prags Gulasch-Knoedel an der Karlsbrücke oder Riesengebirgs-Knödelsuppen in Alpenwirtschaften.
Wissenswertes
- Auf dieser mittelschweren Radtour legst du über 1,208 km zurück. Die Radtour ist damit eher lang. Die durchschnittliche Länge der Radtouren in Niedersachsen liegt bei etwa 106 km.
- Auf der Radtour überwindest du 799 steigende Höhenmeter. Auf 1,297 m liegt der höchste Punkt der Radtour.
- Wenn du mit Kindern unterwegs bist, ist diese familienfreundliche Tour genau das richtige für dich.
- Getränke und Essen bekommst du bei einer Einkehrmöglichkeit entlang der Radtour.
Highlights der Tour
Der Elberadweg bietet eine Fülle an Highlights, die von der Nordsee-Mündung bis zur Elbquelle Natur und Kultur verbinden.
Zu den markanten Punkten zählen Hamburgs Speicherstadt und Elbphilharmonie, das Biosphärenreservat Mittelelbe mit seinen Auenlandschaften, Magdeburgs gotischer Dom sowie das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Weitere Stationen sind Wittenbergs Reformationsstätten, Meißen mit Porzellanmanufaktur und Dresden mit Zwinger, Frauenkirche und Semperoper. Im Osten beeindrucken die Sächsische Schweiz mit Bastei und Festung Königstein, Prag mit Karlsbrücke und Burg sowie die Elbquelle im Riesengebirge.



