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Beschreibung

Die Zitadelle auf dem Gellértberg gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Budapests und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Nach einer mehrjährigen Sanierung wurde die ehemalige Habsburger Festung am 28. März 2026 als öffentlich zugänglicher Aussichts- und Erlebnisort wiedereröffnet. Von der Spitze des 235 Meter hohen Gellértbergs bietet sich ein spektakuläres 360-Grad-Panorama über die Donau, das Parlamentsgebäude, die Kettenbrücke und die Stadtteile Buda und Pest.
Vom Symbol der Unterdrückung zum offenen Park
Im Zuge der Neugestaltung wurden die einst geschlossenen Festungsmauern an zwei Stellen durchbrochen, um die Anlage von mehreren Seiten zugänglich zu machen. Die Grünflächen wurden auf rund 20.000 Quadratmeter erweitert, im Inneren der Mauern entstand ein öffentlicher Park mit über 6.000 Quadratmetern. Neue Spazierwege führen durch bepflanzte Gärten mit Zierbäumen, Rosen, Lavendel und Weinreben. Die Außenanlagen mit Panoramaterrassen, einer Eisdiele, einem Café und einem Souvenirshop sind ganzjährig kostenlos zugänglich.
Ausstellung „Bastion der Freiheit"
Herzstück der Neugestaltung ist die interaktive Ausstellung „Bastion der Freiheit" auf über 1.700 Quadratmetern. Sie führt durch 13 Jahrhunderte ungarischer Geschichte – von der Landnahme über die osmanische und habsburgische Herrschaft, die Revolution von 1848/49 und die Weltkriege bis zur politischen Wende. Erzählerisch begleitet von der mythischen Figur Emese wird die Geschichte als visuell inszenierte Reise erlebbar. Die Ausstellung ist kostenpflichtig und beinhaltet den Zugang zu den Aussichtsterrassen und einer Dachterrasse mit Rundumblick.
Freiheitsstatue und moderne Architektur
Unmittelbar neben der Zitadelle erhebt sich die 14 Meter hohe Freiheitsstatue, die 1947 errichtet und im Zuge der Sanierung umfassend restauriert wurde. Architektonisch setzt die erneuerte Anlage moderne Akzente: Eine mehrschichtige Glaskonstruktion im Eingangsbereich und eine gläserne Fußgängerbrücke schaffen einen markanten Kontrast zur historischen Substanz. Im Innenhof weht die größte ungarische Nationalflagge des Landes, und ein Wasserbecken mit ewiger Flamme erinnert an die Helden der Freiheitskämpfe. Aufzüge und barrierefreie Wege ermöglichen den Zugang zu allen Ebenen und Terrassen.
Entstehung und Geschichte

Die Zitadelle wurde zwischen 1850 und 1854 nach Plänen von Ferenc Kasselik und Emánuel Zita errichtet, nachdem österreichische und russische Truppen die ungarische Revolution von 1848/49 niedergeschlagen hatten. Die 220 Meter lange und bis zu 60 Meter breite Festung mit vier Meter hohen Mauern und Platz für 60 Kanonen sollte als Zwingburg die Stadt militärisch kontrollieren und künftige Aufstände verhindern. Die Bevölkerung empfand sie stets als Symbol der Unterdrückung.
Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 verlor die Zitadelle ihre militärische Funktion. Teile der Festungsmauern wurden ab 1899 symbolisch abgetragen. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Bunker und Flakstellung. 1947 wurde die Freiheitsstatue auf dem Gellértberg errichtet. In den 1960er-Jahren wurde die Zitadelle als Touristenort hergerichtet, verfiel aber in den folgenden Jahrzehnten zunehmend und war über vier Jahre lang für die Öffentlichkeit gesperrt. Im Rahmen des Nationalen Hauszmann-Programms begann eine umfassende Sanierung, die am 28. März 2026 mit der feierlichen Wiedereröffnung abgeschlossen wurde.
Anfahrt

Mit dem Auto
Am Fuße des Berges gibt es einige Parkmöglichkeiten.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Rund um den Berg gibt es mehrere Bushaltestellen.









