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Bretagne - Region des Monats August

In meinem Beruf habe ich das seltene Glück, meine beiden größten Leidenschaften zu vereinen: das Reisen und das Schreiben. Für eine Woche reinen Strandurlaub konnte man mich schon als Kind nicht begeistern. Damals begnügte ich mich damit, meine Eltern auf der Autofahrt Richtung Süden mit italienischen Vokabeln und Fakten aus dem Reiseführer zu behelligen. Während meines Studiums der... Mehr erfahren

erstellt am Sep 8, 2015

Wilde Steilküsten, malerische Strände, zauberhafte Wälder, idyllische Dörfer und lebhafte Städte – so kann man die Bretagne, Frankreichs reizvollen Westen, kurz und knapp beschreiben. Doch die weit ins Meer reichende Halbinsel hat noch viel mehr zu bieten! Deshalb möchten wir sie euch in unserem Special als Region des Monats August vorstellen. 

Die Bretagne – Anfang und Ende der Welt

Ausblick von den Monts d'Arrée über Argoat, das Land der Wälder.
© Emmanuel Berthier Ausblick von den Monts d'Arrée über Argoat, das Land der Wälder.

In der Bretagne, der westlichsten französischen Region, leben etwa 3,2 Millionen Menschen. Nach der Eroberung durch die Römer meinten diese beim Anblick der wilden, rauen Küste, sie seien am Finis Terrae, am „Ende des Landes“ angekommen. Auch wenn wir es heute besser wissen, ist der Name dennoch passend für die mystisch anmutende Region. Aufgrund der Lage konnte sie sich abseits der großen Kulturströmungen entwickeln und ihre einzigartige Identität bewahren.

Besonders reizvoll ist die ursprüngliche, abwechslungsreiche Landschaft der Bretagne. Diese lässt sich in zwei Bereiche einteilen: Armor, das Land am Meer und Argoat, das Land der Wälder. Sie bilden faszinierende Gegensätze und erschaffen eine eindrucksvolle kontrastreiche Natur, die sich hinter jeder Kurve in einem anderen Kleid zeigt. So entdeckst du schroffe Küsten, die an Irland oder Schottland erinnern, aber auch Palmen- und Pinienwälder, die Mittelmeer-Feeling aufkommen lassen. Der mächtige Tidenhub unterstreicht diese Vielseitigkeit. So erweckt ein und derselbe Ort bei Ebbe und Flut zwei unterschiedlichste Bilder. Die zahlreichen Landschaftsformen und das Klima bedingen eine vielfältige Vegetation, weshalb du verschiedenste Wasser-, Land und Luftlebewesen bestaunen kannst.

Auch die bretonischen Dörfer und Städte verzaubern ihre Gäste. Schlendere durch die schmalen Gassen mittelalterlicher Städte, die von schönen Fachwerkhäusern gesäumt werden, besuche hübsche Renaissanceschlösser oder genieße in malerischen Fischerhäfen den Blick auf das weite Meer. Beeindruckende sakrale Bauten, interessante Museen und verschiedenste Sehenswürdigkeiten lohnen einen Besuch.

Eindrucksvolle Küstenlandschaften

Die mächtige Korsarenstadt Saint-Malo an der bretonischen Nordküste.
© Emmanuel Berthier Die mächtige Korsarenstadt Saint-Malo an der bretonischen Nordküste.

Die bretonische Küste ist mit ihren rund 2.700 Kilometern Länge die längste Küstenregion Frankreichs. Steilhänge und schroffe Klippen wechseln sich mit ausgedehnten Sandstränden und versteckten Buchten ab und prägen so den unverwechselbaren Charakter dieser Landschaft. Sie bietet fantastische Aussichten auf die Umgebung und das Meer.

Entlang der Smaragdküste (Côte d’Émeraude) reihen sich zahlreiche sehenswerte Orte. Die Stadt Dinard zieht die Besucher beispielsweise mit ihren schönen Jugendstilvillen in den Bann während die Korsarenstadt Saint-Malo mit ihren stolzen Festungsmauern und der historischen Altstadt beeindruckt. Aber auch die Badeorte Saint-Lunaire und Saint-Briac versprühen bretonischen Charme. Eine Perle an der Smaragdküste ist Cancale. Der Hafen ist Genuss für Augen und Gaumen – denn hier werden in malerischer Kulisse köstliche Austern und Muscheln serviert. Eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Bretagne kannst du ebenfalls an der Côte d’Émeraude besuchen.

Eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Bretagne: das Cap Fréhel
© Emmanuel Berthier Eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Bretagne: das Cap Fréhel

Die Landzunge Cap Fréhel besticht durch ihre vom Wind erschaffenen Steilküsten aus rötlichem Sandstein, schwarzem Schiefer und rosafarbenem Granit. Die dahinterliegende Heidelandschaft bezaubert je nach Jahreszeit mit zahlreichen leuchtenden Pflanzen, wie Stechginster, Strand-Grasnelke, Heidekraut, Wildhyazinthen, Weißwurz, Narzissen, Nelken oder Erika.

Der Küstenabschnitt der Rosa Granitküste (Côte de Granite Rose) am Ärmelkanal zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften der Bretagne. Auf rund zehn Kilometern kannst du einzigartige, rosa leuchtende Granitfelsen erkunden, die sich zu bizarren Steinformationen auftürmen. Bis zu 20 Meter hoch sind die natürlich entstandenen Skulpturen. Eine üppige Pflanzenpracht, helle Sandbuchten und malerische Häfen rahmen den faszinierenden Naturschauplatz ein und runden das Bild ab.

Der rauhe Atlantik umspült den Leuchtturm vor der Pointe du Raz.
© Yannick Le Gal Der rauhe Atlantik umspült den Leuchtturm vor der Pointe du Raz.

Eine der sonnenreichsten Küsten der Region ist Carnac. Über 2.000 Sonnenstunden können die Urlauber hier jährlich genießen, weshalb die Gegend besonders bei Badegästen sehr beliebt ist. Der vornehme Badeort Carnac verfügt über fünf weiße Sandstrände, die von Pinienwäldern gesäumt werden. Aber auch an zahlreichen weiteren Buchten in der Umgebung kannst du unter der Sonne des Südens liegen und ein erfrischendes Bad im Meer genießen.

Das sogenannte „Ende der Welt“ entdeckst du an der Pointe du Raz, eine felsige Landspitze am Cap Sizun im Département Finistère. Die schroffe, von Wind und Meer geformte Klippe bildet den westlichsten Zipfel Frankreichs. Die beeindruckenden Felsen sind bis zu 80 Meter hoch. Die dahinter liegende Landzunge ist Lebensraum für zahlreiche Seevögel, wie beispielsweise der Lachmöwe.

Die vielfältige Insellandschaft der Bretagne

Traumhafte Buchten auf der Belle-Île-en-mer.
© Yannick Le Gal Traumhafte Buchten auf der Belle-Île-en-mer.

Rund 800 kleine und große Inseln säumen die bretonische Küste und versprühen ihren ganz eigenen Charme. Flache Sandstrände, steile Felsküsten und imposante Leuchttürme prägen beispielsweise die Île de Groix, das Archipel der Glénan-Inseln oder die Île d’Ouessant. Viele der Atolle liegen im Golf von Morbihan, der wie ein eigenes kleines Meer wirkt.

Etwa 15  Kilometer von der Landspitze Quiberons entfernt entdeckst du die Belle-Île-en-Mer. Sie ist die größte und – wie ihr Name schon verrät – schönste Insel der Region. Das Idyll im Süden der Bretagne lässt sich am besten mit den Worten wild, maritim und ländlich beschreiben. Zerklüftete Felsen und schöne Sandstrände erwarten dich entlang der Küste, während dich im Landesinneren felsiges Hochland und wundervolle Täler beeindrucken.

Blütenträume auf der Île de Bréhat
© Yannick Le Gal Blütenträume auf der Île de Bréhat

Die Inselgruppe Sept-Îles vor Perros-Guirec ist Frankreichs ältestes Naturreservat. Bereits im Jahr 1912 wurden die kargen, unbewohnten Inseln zum Naturschutzgebiet erklärt, denn sie bilden das bedeutendste Seevogel-Reservat des Landes. Zahlreiche Arten wie Papageientaucher, Möwen und die einzige Basstölpel-Kolonie brüten hier. Mit etwas Glück kannst du bei einer Bootstour um das Archipel auch die seltenen Kegelrobben erspähen.

An der Nordküste versetzt dich die Blumeninsel Île de Bréhat in eine andere Welt. Dank ihrer vielfältigen Flora und der Schönheit ihrer Landschaften ist die Insel ein kleines Paradies. Genieße den Anblick des Meeres von Hortensien, Mimosen, Maulbeerbäumen, Eukalyptus und Kamelien! Wahrzeichen der Insel ist die Schmucklilie. Von der Île de Brehat eröffnet sich dir zudem ein herrliches Panorama auf die farbenprächtige Côte de Granite Rose.

Das Landesinnere

Mystische Stimmung im Wald von Brocéliande
© Emmanuel Berthier Mystische Stimmung im Wald von Brocéliande

Nicht nur Armor, das Land am Meer, sondern auch Argoat, das Land der Wälder im Herzen der Bretagne, ist sehenswert. Im Hinterland der Küste kannst du dich von weiten Flächen wilder Natur und entspannender Stille in den Bann ziehen lassen. Hier dominieren Heide- und Felslandschaften sowie die typischen Heckenlandschaften der Bocagne, mit ihrer charakteristischen schachbrettartigen Aufteilung. Aber auch zahlreiche tiefe Wälder, wie den sagenhaften Wald von Brocéliande, gilt es zu entdecken. Das 700 Hektar große Areal nahe Paimpont ist die Wiege zahlreicher Legenden rund um König Artus und dem Zauberer Merlin.

Die höchste Erhebung im Landesinneren bildet das Gebirgsmassiv Monts d’Arrée, das im regionalen Naturpark Armorica liegt. Vom 385 Meter hohen Gipfel Roc’h Ruz genießt du einen märchenhaften Blick, insbesondere über den Nordwesten der Bretagne. Die Monts d’Arrée sind Quelle zahlreicher Flüsse, die sich durch malerische Täler ihren Weg bis ans Meer bahnen. Somit spielt Wasser nicht nur an der Küste eine große Rolle. Auf der Halbinsel von Guérande befindet sich der wunderschöne Naturpark Brière. Lass dich von einem einzigartigen Mosaik aus Kanälen, Teichen, Feuchtwiesen und Auwäldern bezaubern und lerne den Reichtum des Landesinneren der Bretagne kennen.

Rennes, die Hauptstadt der Bretagne

CC BY 3.0   © Guillaume Piolle

Im Osten der Bretagne liegt die Hauptstadt Rennes. Sie ist in nur zwei Stunden mit dem TGV von Paris aus zu erreichen. Eingebettet in das Landesinnere der Region bietet Rennes den Reichtum einer 2.000-jährigen Stadtgeschichte und beeindruckt mit seinem gut erhaltenen kulturellen Erbe. Das wichtigste Gebäude ist unumstritten der Palast des bretonischen Parlaments, das für die bretonische Vergangenheit steht und gleichzeitig die außergewöhnliche Malkunst des 17. Jahrhunderts in Frankreich repräsentiert. Besonders sehenswert sind aber auch die Portes Mordelaises, ein Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen, die Kathedrale St. Pierre, die Kirche St. Sauveur, das Hôtel de Ville aus dem 18. Jahrhundert und das Théatre de Rennes. Kunst- und Kulturinteressierte sollten das Musée des Beaux-Arts und den Kulturkomplex Les Champs Libres mit der Stadtbücherei, dem Museum der Bretagne und dem Naturwissenschaftsmuseum „L’Espace de sciences“ besuchen.

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