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Beschreibung
Eine Kathedrale, die nie fertig wurde
Die Catedral de Málaga, offiziell Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación, zählt zu den wichtigsten historischen Bauwerken der andalusischen Stadt Málaga. Sie befindet sich im historischen Zentrum der Hafenstadt und gehört zu den bedeutendsten Beispielen der Renaissance Architektur in Spanien. Die Kathedrale entstand nach der christlichen Eroberung der Stadt im Jahr 1487 auf dem Gelände der ehemaligen Hauptmoschee und entwickelte sich im Laufe mehrerer Jahrhunderte zu einem monumentalen Kirchenbau mit vielfältigen architektonischen Einflüssen.
Allein die Maße sind beeindruckend: 117 m Länge, 72 m Breite und 87 m Höhe. Bis 2012 war sie das zweithöchste Gebäude in Andalusien, nur übertroffen von der Giralda in Sevilla.
Renaissancebau mit barocker Pracht
Die Kathedrale verbindet mehrere Baustile. Während der Grundgedanke des Bauprojekts noch stark von gotischen Vorstellungen geprägt war, entstand der Großteil des Gebäudes in der Renaissancezeit. Später kamen zusätzlich barocke Elemente hinzu, die insbesondere an der Fassade sichtbar sind. Besonders auffällig ist die reich gestaltete Hauptfassade, die als barocke Komposition konzipiert wurde und den repräsentativen Charakter des Bauwerks unterstreicht.
Auch der Innenraum gehört zu den beeindruckenden Merkmalen des Bauwerks. Die Kathedrale besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und verfügt über drei gleich hohe Kirchenschiffe mit einer Höhe von 41,79 Metern. Die architektonische Struktur des Innenraums wird durch korinthische Halbsäulen, ein gegliedertes Gebälk und ein durchdachtes Lichtsystem geprägt, das durch Rundbogenarkaden, Fenster und Oculi entsteht.
Unser Tipp: Wer die Kathedrale besucht, sollte sich Zeit nehmen, den Innenraum aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Besonders interessant ist die Lichtwirkung der hochgelegenen Fenster und Oculi, die den Raum je nach Tageszeit unterschiedlich ausleuchten.
Entstehung und Geschichte
Catedral de Málaga: Bau über mehrere Jahrhunderte
Die Geschichte der Catedral de Málaga beginnt nach der Einnahme der Stadt durch die katholischen Könige im Jahr 1487. Nach der christlichen Rückeroberung wurde die ehemalige Hauptmoschee der Stadt in eine Kathedrale umgewandelt und dem Patrozinium der Menschwerdung Christi gewidmet.
Der Bau der heutigen Kathedrale entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte. Zu den wichtigsten Architekten gehörte Diego de Siloé, der an den frühen Entwürfen des Bauwerks beteiligt war. In der ersten Bauphase entstanden der Chorbereich sowie die massiven Pfeiler und Säulenstrukturen des Innenraums.
Während des 17. Jahrhunderts verlief der Bau nur langsam. Erst im 18. Jahrhundert wurden größere Fortschritte erzielt, wodurch die Kathedrale im Jahr 1768 in ihrer heutigen Form für den Gottesdienst geöffnet werden konnte. Dennoch blieb das ursprüngliche Bauprojekt unvollendet. Insbesondere der zweite Turm sowie einige bauliche Elemente wurden nie fertiggestellt.
Die einarmige Banditin
Ein prägendes Element des Bauwerks ist der Nordturm der Kathedrale, der eine Höhe von 87 Metern erreicht. Da nur der Nordturm fertiggestellt wurde und der zweite Turm bis heute unvollendet blieb, trägt die Kathedrale auch den Spitznamen „La Manquita“, was übersetzt „die einarmige Banditin“ bedeutet. Diese ungewöhnliche Silhouette prägt bis heute das Erscheinungsbild der Kathedrale.
Anfahrt

Mit dem Auto: Die Kathedrale befindet sich im historischen Zentrum von Málaga. Zieladresse ist Calle Molina Lario 9. Parkmöglichkeiten befinden sich in Parkhäusern im Stadtzentrum.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Das Stadtzentrum von Málaga ist mit Bahn und Bus gut erreichbar. Von den zentralen Haltestellen ist die Kathedrale in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Zu Fuß: Durch ihre Lage im historischen Stadtkern ist die Kathedrale ein zentraler Orientierungspunkt und lässt sich gut bei einem Stadtrundgang erreichen.



















