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Beschreibung
Was ist wirklich eklig und warum? In Malmö gibt es eine Ausstellung, die diese Frage mit 80 Spezialitäten aus aller Welt beantwortet. Und mit einer Kotztüte als Eintrittskarte. Manche Museen zeigen Kunst. Dieses zeigt Käse mit lebenden Maden, fermentierten Haifisch aus Island und Schildkrötensuppe aus Übersee und erklärt dabei, warum das für andere Menschen das Normalste der Welt ist.
Das Disgusting Food Museum in Malmö ist wohl eines der ungewöhnlichsten Museen Europas. Was 2018 als temporäre Ausstellung im Slagthuset begann, hat sich zu einem festen Bestandteil der schwedischen Hafenstadt entwickelt und empfängt heute rund 20.000 Besucher pro Jahr.
Hinter der Ausstellung steckt ein klares Ziel: zu zeigen, dass Ekel keine universelle, sondern eine zutiefst kulturelle Kategorie ist. Was für eine Schwedische Küche der Normalfall ist, etwa Surströmming, der berüchtigte fermentierte Hering, lässt andernorts Nasen rümpfen. Umgekehrt gilt dasselbe.
Was erwartet die Besucher?
Rund 80 Exponate aus allen Teilen der Welt sind auf kleinem Raum versammelt, von mexikanischen Baumameisenlarven bis zum sardischen Casu Martzu, einem Käse, der traditionell mit lebenden Käsemaden gereift wird. Zu jedem Exponat gibt es Hintergrundinformationen: Wie wird das Gericht zubereitet? Welche kulturelle Bedeutung hat es? Und warum empfinden manche es als Delikatesse, andere als Zumutung?
Highlights der Ausstellung:
- Hákarl: fermentierter Grönlandhai aus Island, einer der stärksten Gerüche der Ausstellung
- Casu Martzu: sardischer Schafskäse mit lebenden Fliegenmaden
- Surströmming: schwedischer Dosenhering mit legendärem Geruch
- Balut: halbentwickeltes Entenei, Streetfood-Klassiker auf den Philippinen
- Escamoles: mexikanische Baumameisenlarven, auch „Insektenkaviar" genannt
- Shirako: Kabeljau-Sperma, eine Delikatesse in Japan
Eine besondere Station der Ausstellung sind die Riechgläser: Wer möchte, kann den Geruch besonders aromatischer Exponate direkt in der Nase erleben, eine Entscheidung, die manche Besucher aber auch bereuen. An der Verkostungsbar können schließlich rund 20 der ausgestellten Speisen tatsächlich probiert werden. Wer alle Köstlichkeiten der Verkostungsbar übersteht, gewinnt eine Auszeichnung. Die Reaktionen reichen von „begeistert" bis zu „echter Übelkeit".
Unser Tipp: Am besten auf nüchternen Magen besuchen. Wer die Tasting-Bar wirklich auskosten möchte, sollte vorher nicht zu viel gegessen haben. Und: Riechgläser öffnen, auf eigenes Risiko.
Entstehung und Geschichte
Hinter dem Museum steckt der schwedische Psychologe Samuel West, der bereits das Museum of Failure gegründet hatte. Gemeinsam mit Unternehmer Andreas Ahrens eröffnete er das Disgusting Food Museum im April 2018 zunächst als temporäre Ausstellung im Malmöer Slagthuset, mit sofortigem internationalem Echo. Seit Sommer 2021 befindet sich das Museum dauerhaft an seinem heutigen Standort.
Anfahrt
Das Museum liegt am Södra Förstadsgatan 2 und ist zu Fuß gut erreichbar: vom Malmö Central Bahnhof sind es etwa 13 Minuten, vom Bahnhof Triangeln nur 10 Minuten.
Wer aus Kopenhagen anreist, nimmt den Zug über die Öresundbrücke, nach rund 35 Minuten Fahrtzeit ist man direkt in Malmö.
Parkplätze sind in der Umgebung des Museums ausreichend vorhanden.























