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Beschreibung
Action pur um ein Barockjuwel
Stell dir vor, du betrittst einen Freizeitpark, der gleichzeitig ein denkmalgeschütztes Wasserschloss aus dem 18. Jahrhundert ist. Genau das erwartet dich im Freizeitpark Schloss Beck in Bottrop-Kirchhellen. Über 40 Attraktionen auf 14 Hektar warten hier auf Besucher jeden Alters, eingebettet in einen weitläufigen Schlosspark mit altem Baumbestand, einem idyllischen Schlossteich und grünen Wiesen, auf denen man nach dem nächsten Adrenalinschub auch einfach mal durchatmen kann. Was diesen Park von der Konkurrenz unterscheidet: Er ist kein austauschbares Vergnügungszentrum, sondern ein gewachsener Ort mit echter Geschichte.
Das Programm: Vom Wasserbob bis zum Baumkronenpfad
Action auf dem Wasser gehört zu den klaren Stärken des Parks: Der Wasserschuss Beck schickt die ganze Familie in einem Boot eine steile Bahn hinunter, nass wird man dabei garantiert. Wer es etwas ruhiger mag, ist auf dem Wasserbob oder beim gemütlichen Paddeln mit den Tret- und Ruderbooten auf dem Schlossteich gut aufgehoben. Die Wellenrutsche macht vor allem bei jüngeren Kindern Eindruck.
Wer lieber hoch hinaus will, hat gleich mehrere Optionen: Der Schwebeturm bietet einen Blick über den gesamten Park, das Kinderriesenrad dreht seine Runden für die etwas Jüngeren, und der Baumkronenpfad führt auf erhöhten Stegen durch den alten Parkbaumbestand, ein ruhiger, aber beeindruckender Kontrastpunkt zu den Fahrgeschäften.
Für die klassischen Freizeitpark-Gefühle sorgen die Familienachterbahn und die Drachenbahn, beide kindgerecht dimensioniert und daher auch für die Kleinsten geeignet. Der Astronautentester und das Kettenkarussell runden das Fahrgeschäft-Angebot ab.
Nicht vergessen: Wer Regen nicht scheut oder der Sonne aus dem Weg gehen will, die Indoor-Spielhäuser und Abenteuer-Spielplätze funktionieren bei jedem Wetter. Die Schloss-Beck-Eisenbahn und die Waldtierbahn gehören zum Programm für die Allerkleinsten und machen deutlich, dass der Park auch an die unter Fünfjährigen gedacht hat.
Stärkung gefällig?
Entlang der Gastronomiemeile sorgen mehrere Stationen dafür, dass niemand mit leerem Magen durch den Park läuft. Die Imbissbude deckt das klassische Freizeitpark-Programm ab, Pommes, Currywurst, Burger und Frikandeln. Wer es etwas belegter mag, findet an der Pizzabude frische Pizza, Laugenbrezeln und Kaffeespezialitäten. Süßes gibt es an der Naschbude mit gerösteten Mandeln, Milchshakes und Eis, frische Waffeln und Crêpes an der Waffelbude. Wer nach einem langen Parkbesuch eine ruhige Pause sucht, ist in der Schloßschänke gut aufgehoben: Dort gibt es hausgemachte Suppen, frische Pfannekuchen und Salate, auch mit einem kühlen Bier oder Weißweinschorle.
Entstehung und Geschichte
Barock, Verfall und eine zweite Chance
Dass hier überhaupt ein Freizeitpark entstehen konnte, verdankt sich einer etwas paradoxen Rettungsaktion. Das Wasserschloss Haus Beck zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Spätbarock-Baudenkmälern Westfalens. Entworfen wurde die gesamte Schlossanlage als sogenannte Maison de Plaisance, also als Lustschloss zur reinen Freizeitgestaltung, zwischen 1766 und 1777 durch den renommierten westfälischen Barockbaumeister Johann Konrad Schlaun.
Obwohl das Schloss die Kriegsjahre unbeschadet überstand, verfiel es in der Nachkriegszeit zunehmend. Erst 1966 begann die Restaurierung. Um die dafür nötigen Mittel aufzubringen, wurde die Anlage für die Öffentlichkeit geöffnet. Aus der Not wurde eine Tugend: Heute trägt jeder Parkbesuch direkt zur Erhaltung des denkmalgeschützten Ensembles bei. Nach alten Plänen wurden sämtliche Gebäude und der Eingang in den Originalzustand zurückversetzt.
Noch interessanter ist der historische Kontext: Schon um 1750 konnte man am Rande von Paris sogenannte Folies besuchen, Parkanlagen mit Karussells, Rutschen, Theatern, Gastronomie und wunderschönen Gartenanlagen. Diese Lustschlösser wurden von reichen Kaufleuten errichtet und galten als Orte, an denen man die neuesten technischen Errungenschaften der Zeit erleben konnte. Schloss Beck ist also in gewissem Sinne kein modernes Konzept, sondern die Rückbesinnung auf eine sehr alte europäische Tradition des öffentlichen Vergnügens.
Anfahrt
Der Freizeitpark liegt in Bottrop-Kirchhellen und ist sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug gut erreichbar.
Mit dem Auto: Über die A31 nimmt man die Ausfahrt 40 (Kirchhellen) und folgt der Feldhauser Straße Richtung Osten. Diese wird im Verlauf zur Warner Allee. Nach Überquerung der Bahngleise biegt man rechts in „Im Mandel" ab und folgt dem Straßenverlauf bis zu den ausgewiesenen Parkplätzen. Für das Navi lautet die Adresse: Freizeitpark Schloss Beck, Am Dornbusch 3, 46244 Bottrop. Das Parken kostet 4 Euro.
Mit dem Zug: Der Haltepunkt Bottrop Feldhausen ist der nächste Bahnhof – angefahren wird er von den Linien RE14, RB44 und RB4.

